Max Wendl 1904 - 1984

„Und unentwegt denk ich an neue Bilder und stehe mit Dir schon davor! Also bin ich immer bei Dir. Dein Max“ (Auszug aus einem Brief, September 1947)

Max Wendl, 1947Der Münchner Maler Max Wendl ist zu den Künstlern der „verschollenen Generation“ zu zählen, deren Werk – begründet aus den historischen und kunstpolitischen Ereignissen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts - in Vergessenheit geriet. Wendl, der 1904 in München zur Welt kam, absolvierte von 1919 bis 1921 eine Glasmalerausbildung in der Münchner Werkstätte van Treeck, studierte dann von 1921 bis 1926 an der Kunstgewerbeschule München und von 1926 bis 1931 an den Kölner Werkschulen. In der Zeit des „Dritten Reiches“ zählte Wendl zu den „Verfemten“, eines seiner Bilder wurde 1937 als „entartet“ konfisziert. In der Nachkriegszeit wandte sich Wendl neben der Tätigkeit als freischaffender Künstler verstärkt der Arbeit an Glasfenstern für moderne Kirchenbauten zu. Die zentralen Phasen seines umfangreichen Œuvres bezeugen die bemerkenswerte stilistische und technische Variationsbreite des Künstlers Max Wendl. Auf das von Symbolismus und Neuer Sachlichkeit inspirierte, aber schon eigenständige Frühwerk folgen in der Malerei die expressiven Landschaftsaquarelle der Kriegszeit, die herausragenden Glasfensterarbeiten sowie das kraftvolle malerische Spätwerk. Bemerkenswert sind ebenso die Arbeiten aus den verschiedensten Bereichen der angewandten Kunst. Wendls sensueller Umgang mit Farbe sowie die außergewöhnliche, traumhafte Stimmung in vielen seiner Arbeiten sind eindrucksvoll – ebenso das große Repertoire an künstlerischen Ausdruckselementen, die Wendl in seinen Werkphasen immer wieder neu kombinierte.